Die Ernährung des Hundes

Hunde sind Karnivoren
Neben der Genetik und den allgemeinen Haltungsbedingungen ist die Ernährung wohl der wichtigste Einflussfaktor auf die Gesundheit unserer Hunde. In der westlichen Welt ist es größtenteils so, dass Fertigfutter der unterschiedlichsten Qualitäten die Ernährung unserer Haustiere bestimmt. Der Hund ist ein Kanivor, also ein Fleischfresser. Zwar nehmen wildlebende Hunde auch pflanzliche Nahrungsbestandteile auf (Magen- und Darminhalt von Beutetieren, Gräser, Beeren), aber der Verdauungstrakt und auch das Gebiss von Hunden ist generell für die Aufnahme und Verwertung einer fleischbasierten Nahrung ausgelegt.
Die handelsüblichen Trockenfuttermarken bestehen jedoch – je nach Zusammensetzung zu 60 – 90% aus Getreide. Solch eine Ernährung bleibt nicht ohne Folgen und so finden sich auch bei Hunden immer öfter Krankheiten wie Krebs, Allergien, Insuffizienz oder Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Hautprobleme, Zahnstein, Nieren- und Lebererkrankungen und viele mehr. Das gehäufte Auftreten von Krankheiten ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass ein Organismus in etwa 10.000 Jahre braucht um sich auf eine komplett veränderte Ernährung einzustellen. Für die Umstellung auf Fertigfutter hatten unsere Hunde noch nicht einmal 100 Jahre Zeit.
Eine Alternative zum Fertigfutter
Eine Alternative zur Ernährung mit Fertigfutter stellt die Fütterung mit frischen Nahrungsmitteln dar. Oft wird diese Art unsere Hunde zu füttern auch mit BARF bezeichnet. Der Begriff steht für Biologisch Artgerechtes Rohes Futter, was nichts anderes bedeutet, den Hund mit frischem, rohem Fleisch, sowie frischem, rohem Gemüse und Obst zu ernähren. Die Fütterung von rohem Gemüse, wie sie in vielen BARF-Büchern empfohlen wird, ist allerdings wenig sinnvoll. Hunde können die aus Zellulose bestehenden Zellwände nicht aufspalten und auch wenn das rohe Gemüse püriert wird, sind immer noch Zellwände vorhanden. Auch im Beutetier ist das Gemüse/Obst nicht "roh". Es wurde bereits durch die Verdauungssäfte des Beutetieres aufgespalten und so für den Hund verwertbar gemacht. Deshalb sollte man auch bei der Frischfütterung das Gemüse dünsten oder kurz kochen. Die Fütterung von Getreide ist gerade bei Hunden, die sportlich geführt werden durchaus möglich, jedoch in wesentlich geringerem Maß, als Getreide in Trockenfutter enthalten ist. Manche Hunde brauchen auch einen gewissen Anteil Getreide im Futter, damit die Verdauung optimal funktioniert – das muss man ausprobieren, denn jeder Hund hat individuelle Ansprüche an sein Futter.
Es gibt jedoch tatsächlich Hunde, die gänzlich rohes Futter zunächst nicht mögen oder vertragen. Bei Hunden die rohes Futter nicht vertragen sollte auf jeden Fall abgeklärt werden, ob gesundheitlich alles in Ordnung ist, denn oft sind Erkrankungen oder ein schwaches Verdauungssystem der Grund für Unverträglichkeiten.
Generell kann jeder Hund roh ernährt werden, bei gesunden Hunden spricht nichts gegen eine Umstellung von heute auf morgen. Jedoch sollte man nach Möglichkeit zumindest einen Fastentag einlegen, damit der Darm sich vor der Umstellung vollständig entleeren kann und eine Entlastung erfährt.
Ist das nicht viel zu kompliziert?
Viele Menschen haben Angst davor, dass es ihren Hunden mit dieser Form der Ernährung an irgendetwas fehlt. Diese Sorge ist im Allgemeinen völlig unbegründet. In Fleisch, Gemüse und Obst sind im Normalfall alle Vitamine und Mineralstoffe enthalten, die ein Hund braucht. Wichtig ist jedoch, dass man die Ernährung abwechslungsreich gestaltet, der Hund sollte also nach Möglichkeit mindestens zwei verschiedene Fleischsorten (Rind, Huhn, Schaf, Ziege, Pferd, Wild und auch Fisch), sowie unterschiedliche Sorten an Obst und Gemüse bekommen. Kräuter, Eier, Milchprodukte und hochwertige Öle runden den Speiseplan ab. Ein genaues Ausrechnen des Vitamin- und Mineralstoffbedarfs des Hundes ist unnötig. Kein Lebewesen ernährt sich auf diese Art und Weise, nicht einmal der Mensch. Es ist schlicht und einfach nicht möglich, da der Bedarf eines jeden Lebewesens absolut individuell ist und man generell nicht genau sagen kann, wie viel eines bestimmten Vitamins oder Mineralstoffs nun denn in einem bestimmten Nahrungsmittel enthalten ist. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche und auf den jeweiligen Hund zugeschnittene Ernährung macht Mängel oder Überversorgungen sehr unwahrscheinlich.
Wenn Sie mehr zum Thema Frischfütterung erfahren möchten, dann schauen Sie doch einmal bei www.barfers.de vorbei. Dort finden Sie Infos zu den Nahrungsmitteln die Sie füttern können und auf die Sie besser verzichten sollten, außerdem gibt es einen beispielhaften Ernährungsplan zum Download.
Das wichtigste bei der Fütterung Ihres Hundes ist Ihr gesunder Menschenverstand. BARFEN ist keine Religion und man kann einen Hund durchaus auch mit hochwertigem Trocken- oder Dosenfutter gut ernähren.
Meine eigenen Hunde bekommen zwar hauptsächlich Frischfutter (mein Dalmatinermix bekommt das Fleisch roh, der Terriermix bekommt es gebraten oder gekocht, weil sie rohes Fleisch nicht mag), aber auch hochwertigem Dosen - und Trockenfutter. Natürlich gibt es die unterschiedlichen Futterarten nicht in einer Mahlzeit zusammengemischt, sondern an verschiedenen Tagen. Meine Hunde vertragen diese Form der Ernährung sehr gut, bei einem anderen Hund könnte sie u.U. zu Verdauungsbeschwerden führen. Probieren Sie also aus, was Ihrem Hund gut bekommt und was er gerne mag. Ein Wort noch zu Leckerchen: Die im Supermarkt angebotenen Hundekekse sind meistens voll mit Farb-, Lock- und Konservierungsstoffen, deshalb bekommen meine Hunde als Leckerchen Selbstgebackenes, getrocknetes, gekochtes oder angebratenes Fleisch, Wurst- und Käsewürfelchen, Brot und Zwieback, sowie hochwertiges Trockenfutter.
Zur Person
Maria Rehberger, Easy Dogs - Hundetraining Nürnberg
Maria Rehberger gehört zum Easy Dogs Team. Sie ist geprüfte CumCane-Hundetrainerin und hat sich auf Einzeltraining und Verhaltenstherapie spezialisiert.
Maria ist der ruhende Pol im Team und bringt einfach jeden zum Lachen! Federführend kümmert sich das Organisationsgenie um die Seminarvorbereitung und erledigt Büroarbeiten sowie den Einkauf mit Links.