Trafen sich zwei.
Betrachtungen über Menschen und Hunde
Patricia McConnell, Kynos Verlag
Nach "Das andere Ende der Leine", "Liebst du mich auch" und "McConnells Erziehungskiste" wurde nun ein weiteres Buch der amerikanischen Autorin in Deutschland veröffentlicht. Bestehend aus den für die Zeitschrift "The Bark" verfassten Essays widmet sie sich den verschiedensten Themen rund um ihre beiden Lieblingsspezies: Menschen und Hunden.
Dieses Buch ist weder ein Roman noch ein Sachbuch. Es ist eine Sammlung von Essays, die von der Autorin zu den verschiedensten Themen geschrieben wurden. Gegliedert sind sie in diesem Buch nicht zeitlich, sondern nach Inhalt. Die Kapitel haben deshalb Überschriften wie "Gefühle und Verstand", "Kommunikation", "Training" oder "Genetik, Ethologie und Verhalten". Darin sind dann jeweils fünf bis zehn Texte über einige Seiten gesammelt. In dem für die Autorin typischen Schreibstil erzählt sie von ihren eigenen Hunden, denen ihrer Kunden und vor allem davon, was sie gelernt hat und weitergeben möchte. Dabei schafft sie es, wissenschaftlich auch kompliziertere Themen auch für Normalhundehalter verständlich wiederzugeben. Dazu gibt es immer Anmerkungen, aus welchen Versuchen und Studien man nachlesen und sich weiter in das Thema vertiefen kann. Aber nicht immer liegt der Schwerpunkt auf der Wissenschaft, manchmal geht es auch mehr um Gefühle zwischen Mensch und Hund oder der Humor. Besonders witzig ist das Kapitel über Hunde, die sich in Kadavern wälzen und die Spekulationen über den Grund dieses Verhaltens.
Die Essays wurden im Laufe mehrerer Jahre geschrieben. Dadurch kommt es stellenweise zu kleinen Verwirrungen, weil McConnells Lebensumstände sich natürlich im Laufe der Jahre geändert haben. Das ist aber nur bei den ersten beiden Malen etwas verwirrend, dann fällt einem sofort ein, dass die Texte thematisch und nicht chronologisch geordnet sind, was in einem ganzen Buch natürlich auch wesentlich sinnvoller ist.
Die Betrachtungsweise der unterschiedlichen Themen ist so abwechslungsreich wie unterhaltsam. Es handelt sich weder um eine rein wissenschaftliche Abhandlung noch um bloße Erzählungen. Ganz nebenbei wird Wissen vermittelt, das auch für den ganz normalen Hundehalter verständlich ist. McConnell betrachtet viele Dinge von einer völlig neuen Seite und gibt besonders Denkanstöße für diejenigen, die bisher der klassischen Dominanztheorie gefolgt sind, die eigentlich seit Jahrzehnten überholt ist. Dabei ist sie allerdings sehr wissenschaftlich, zeigt die Fehler in dieser Theorie und erklärt, was dabei früher bei Verhaltensbeobachtungen falsch gelaufen ist. Gleichzeitig ist sie aber auch dagegen, Status und Rang in Hundebeziehungen völlig zu ignorieren. Denn jeder, der Hunde bei Begegnungen beobachtet, kann sehen, wie kommuniziert wird. So ist Sozialstatus doch auch ein Thema.
Gisela Rau hat tolle Übersetzungsarbeit geleistet und sämtliche Fachausdrücke sind gekonnt getroffen.
Allerdings muss man ganz klar sagen, dass das Buch zwar insgesamt sehr gut und zu empfehlen ist, aber für Fans der Autorin wenig Neues bieten. So werden altbekannte Themen aufgegriffen und neu formuliert, teilweise allerdings sogar mit alten Beispielen belegt. Wer also schon Bücher der Autorin hat, muss sich dieses nicht unbedingt anschaffen. Das ist schade, denn viele Fans haben dieses Buch sehnsüchtig erwartet.
Diese Sammlung von Essays ist insgesamt sehr gelungen und gewohnt kurzweilig, aber trotzdem informativ. Wissen wird gekonnt vermittelt. Ohne zu trocken zu werden. Allerdings werden keine neuen Themen angesprochen und wer schon Bücher der Autorin kennt, braucht sich dieses nicht unbedingt zu kaufen. Hoffentlich wird das nächste Werk wieder spannender. Wie so oft ist der Untertitel der Originalausgabe treffender: "Essays on Loving and Living With Dogs".
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Verlagsinfo

Auf einen Blick:
- Umfang: 232 Seiten
- Verlag: Kynos (2. Auflage)
- Sprache: Deutsch
- ISBN: 978-3938071755
- Format: 21,4 x 14,8 cm
- Preis: 16,90 Euro
Haben Sie sich je gefragt,was Ihr Hund denkt,wenn er sich in etwas furchtbar Stinkendem wälzt? Ob er so ähnliche Gefühle empfindet wie Sie selbst und wie das Leben aus seiner Sicht wohl aussehen mag? Lassen Sie sich von Bestsellerautorin Patricia McConnell in einer Reihe einzelner Betrachtungen, die ursprünglich als Kolumnen in der amerikanischen Hundezeitschrift The Bark erschienen sind, auf eine fulminante Gedankenreise in das gemeinsame Universum zweier Spezies entführen, die sich so nah und so fremd zugleich sind wie sonst keine anderen Lebewesen auf der Welt.
Die Veröffentlichung der Rezension erfolgt mit freundlicher Genehmigung von www.roterdorn.de
Zur Person
Astrid Hintermeier
Astrid Hintermeier schreibt für Easy Dogs und das Medienportal roterdorn. In ihren Buchrezensionen trifft sie den Nagel auf den Kopf! Ihre sympathische Art zu Schreiben und die Leichtigkeit ihrer Kritiken machen Lust auf die Erkundung der großen Welt der (Hunde-)bücher. Wer sie einmal von einer anderen Seite kennenlernen möchte, findet Astrid als Fotomodel zusammen mit ihrer Husky-Kelpiemixhündin Luna im Buch "Clickertraining - Andere Wege in der Kommunikation mit dem Hund" von Monika Gutmann. Zu ihr gehört außerdem noch Papillon Mattis.
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