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                              • Sozialisierung bei Welpen (Teil 2)

                              Sozialisierung bei Welpen -

                              gewusst wie! (Teil 2)

                              Die Sozialisierung von Welpen wird von vielen frisch gebackenen Hundebesitzern falsch verstanden. Viel zu oft liest man in Hundebüchern, dass der Welpe in dieser kurzen Zeit, nämlich zwischen der 8. und 16. Lebenswoche, die Welt von A-Z entdecken muss, da er sonst kein gutes Sozialverhalten entwickelt. Diese Annahme ist jedoch falsch! Warum es sinnlos ist, einen „Sozialisierungsmarathon“ zu veranstalten, erfahren Sie in der heutigen Kolumne.

                              Die Sozialisierung und Gewöhnung reichen jedoch weit über die sensible Phase, zwischen der 8. und 16. Lebenswoche des Hundes, und auch über die Welpenzeit hinaus, denn Hunde lernen ein ganzes Hundeleben lang.  Es reicht nicht aus, einem jungen Hund einmal einen Staubsauger, einen Bus und ein Pferd zu zeigen und dann anzunehmen, dass er jetzt diese Dinge kennt, sie als positiv erlebt hat und automatisch weiß, wie er sich zukünftig richtig verhalten soll. Deshalb ist es sinnlos, einen ganzen „Sozialisierungsmarathon“ in den ersten sechzehn Wochen zu veranstalten, mög­­lichst viele Erlebnisse in diese Zeit zu planen und sich dann anschließend darauf auszuruhen. Zudem bedeutet das viel Stress für Hund und Mensch. Verzichten Sie lieber auf ein paar Ausflüge und achten Sie darauf, dass Ihr junger Hund tatsächlich positive Erfahrungen sammelt.

                              Sozialisierung – was ist das überhaupt?

                              Positive Erfahrungen sammeln ist leichter gesagt als getan. Eine positive Lernerfahrung in unserem Sinne wird der Hund nämlich nur dann machen, wenn die Bezugsperson des Hundes dafür sorgt, dass der Hund alle Konflikte, die im Alltag auftreten, selbst und mit erwünschtem Verhalten lösen kann. Der Hundehalter muss die Körpersprache seines Welpen lesen können und erkennen, wann er rechtzeitig eingreift. 

                              Vermeiden Sie eine Überforderung Ihres Welpen! Ein junger Hund muss neue Reize dosiert erleben. Sorgen Sie für ausreichend lange Schlaf- und Ruhezeiten, denn die Eindrücke müssen im Gehirn verarbeitet werden. Bei Reizüberflutung wird der Hund auf Dauer nervös, ängstlich und weniger stressresistent gegenüber Umweltreizen. Bei der Sozialisierung und der Gewöhnung ist weniger viel mehr! Gehen Sie es langsam an. Zeigen Sie Ihrem Welpen die große weite Welt behutsam, damit er wirklich positive Lernerfahrungen sammeln kann. Dieser Grundsatz gilt übrigens nicht nur für die Welpenzeit, sondern ein ganzes Hundeleben lang. Lernen ist die Summe aller Erfahrungen. Ihre Aufgabe als Bezugsperson ist es, Ihren Hund darin zu unterstützen, dass er, egal wie alt er ist, das Richtige lernt. 

                              Vermeiden Sie es, auf große Hundewiesen zu gehen und Ihrem Hund möglichst viele Hunde vorzustellen. Wählen Sie stattdessen Hundebegegnungen sorgsam aus und sorgen Sie für die richtigen Erfahrungen! Ihr Welpe soll gute Erfahrungen mit nach Hause nehmen, denn nicht jeder fremde Hund ist freundlich zu Welpen und nicht von jedem anderen Hund kann Ihr Welpe etwas Positives lernen. Auch sollten Sie eines im Hinterkopf haben: Trotz sorgfältiger „Sozialisierung“ kann es dennoch vorkommen, dass Ihr Hund mit einem Reiz plötzlich ein Problem haben kann, obwohl das bisher nicht der Fall war. Das kann an seiner Entwicklung liegen, z.B. sind Angstphasen besonders typisch in der Junghundezeit, oder auch an bisherigen Lernerfahrungen. Seien Sie darauf vorbereitet, damit Sie Ihren Hund in schwierigen Situationen unterstützen können.

                              Zur Person

                              Claudia Eberle, Easy Dogs - Hundeschule Herzogenaurach

                              Claudia gehört zum Easy Dogs Team und hat sich auf Gruppentraining mit Welpen und Junghunden spezialisiert.
                              Sie ist der kreative Kopf und die treibende Kraft für Innovation. "Wer Visionen hat, geht zum Arzt!" - oder gründet Easy Dogs.

                              Lesen Sie Teil 1!

                              Sozialisierung bei Welpen (Teil 1)

                              Weitere Kolumnen von Claudia

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