In welchem Alter gilt Ihr Hund als Senior?

Allgemein bekannt ist, dass kleine Hunde eine höhere durchschnitt-
liche Lebenserwartung haben, als mittelgroße und große Hunde.
Für eine Dogge mag zwölf Jahre ein hohes Alter sein, für einen Dackel gilt dagegen das kaum.Körpergröße und Rassenunterschiede machen es schwer, ein bestimmtes Alter festzulegen, ab dem ein Hund alt ist. Für die Umrechnung von Hunde- in Menschenjahre lassen sich verschiedene Formeln finden. Doch stellt sich die Frage, ob ein Vergleich zwischen Mensch und Hund wirklich sinnvoll ist?
Ein Hund ist ein Hund, kein Mensch. Es gibt Gemeinsamkeiten beim Altern von Mensch und Hund, aber in vieler Hinsicht gibt es Unterschiede.
Der größte mag sein, dass Hunde keinem gesellschaftlichen Einfluss aus-
gesetzt sind, in dem das Wort „Alter“ den Beigeschmack von „Krankheit“ bekommt. Alter ist etwas, das schwer bestimmbar ist.
Es gibt verschiedene Wege Alter zu definieren:
- Wie alt ist ein Hund kalendarisch - also in Lebensjahren?
- Wie alt ist der Hund individuell gesehen - wie alt benimmt er sich?
- Wie alt ist der Hund medizinisch betrachtet?
Erkrankt er an typischen Alterskrankheiten? - Wie alt ist der Hund biologisch?
Wie verändert sich der Körper physiologisch? Verändert sich das Fell, häufen sich Zahnprobleme, spielen die Gelenke nicht mehr richtig mit?
Alter ist ein biologischer Prozess, in dem die körperliche Leistung nachlässt. Die Fähigkeit sich schnell und flexibel an Umweltbedingungen anzupassen sinkt. Das Risiko für einige Krankheiten steigt. Letztendlich ist Alter der letzte Lebensabschnitt vor dem Tod.

Es ist wichtig die Zeichen des Alters zu erkennen, um dem Hund die letzten Jahre zu erleichtern und so schön wie mög-
lich zu gestalten. Wie beim Menschen auch reduziert sich mit der Zeit die Beweglichkeit. Der Spaziergang fällt zunehmend schwerer, verursacht Schmerzen und ist nicht mehr mühelos möglich. Bei Hundesenioren verändern sich Fellfarbe und Fell-
struktur. Erste farbliche Veränderungen treten meist im Bereich der Schnauze auf. Das Haar betagter Hunde wird am ganzen Körper grauer, weniger farbintensiv und stumpfer, weshalb alte Hunde eine intensivere Fellpflege benötigen. Auch das Augenlicht lässt allmählich nach. Die Linsen werden trüber, Augenerkrankungen werden häufiger. Wenn Ihr Hund sich an unbekannten Orten unsicher zu fühlen scheint, bei Berührung erschrickt, schnappt oder ängstlich zurückweicht, kann das ein Zeichen dafür sein, dass seine Sehkraft nachlässt. Auch der Hörsinn wird schwächer. Gleichgewichtsstörungen und „Desinte-
resse“ an bekannten Geräuschen und Kommandos von Frauchen oder Herrchen können die Folge sein.
Neben den körperlichen Einschränkungen verändern sich auch gewohnte Verhaltensweisen. Angst, Inkontinenz, Müdigkeit, Reizbarkeit, Unausgeglichenheit und Demenz treten auch beim Hund zuneh-
mend in den Vordergrund. Der Alltag mit einem Hundesenior erfordert viel Geduld, Einfühlungsver-
mögen und Gelassenheit.
Doch die größte Freude, die Sie Ihrem Hund bereiten können ist, ihn in seinem letzten Lebensabschnitt besonders sensibel und liebevoll zu begleiten.
Autoren des Artikels:
Mirjam Aulbach (Hundeschule CAVE CANI)*
und Claudia Eberle (Hundeschule Easy Dogs)
* Mirjam Aulbach leitet ihre Hundeschule in Eppertshausen bei Frankfurt/Main.
Seit Sommer 2009 ist sie eine der wenigen von Dr. Ute Blaschke-Berthold geprüften CumCane-Trainerinnen in Deutschland. Mirjam ist überzeugte und begeisterte Clickertrainerin.
Auf ihrer Internetseite schreibt sie ständig informative Artikel rund um den Hund. Nehmen Sie sich Zeit und stöbern ein wenig auf Ihrer Seite -
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