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Trennungsangst bzw. Trennungsstress – wenn der Hund nicht alleine bleiben kann

Alltagstraining und Grunderziehung, Problemverhalten, Training & Verhalten

WAS IST TRENNUNGSSTRESS UND WELCHE URSACHEN KANN ER HABEN?

Winseln, jaulen, heulen, bellen – die Nachbarn beschweren sich schon und wenn Sie nach Hause kommen, hat Fido das Sofa zerfetzt und die Fernbedienung zerkaut, die Türen zerkratzt und zu allem Überfluss auch noch eine Pfütze oder gar ein Häufchen in der Wohnung hinterlassen. Ein Hund, der sich in Abwesenheit seiner Menschen so verhält, leidet unter massivem Trennungsstress: Er kann nicht alleine bleiben. Diese Situation ist für jeden Hundebesitzer eine Katastrophe und für den Hund erst recht und neben Angst- und Aggressionsverhalten einer der häufigsten Gründe, warum ein Trainer:in zu Rate gezogen wird.

Alle Hunde sollten lernen eine gewisse Zeit gelassen allein zu bleiben. Wie ihr das (wieder) hinbekommt, zeigen euch unsere Verhaltensberater:innen von Easy Dogs. (Bild: Nadine Wachter, Easy Dogs Fürth)

WORAN LIEGT ES, DASS MANCHE HUNDE NICHT ALLEINE BLEIBEN KÖNNEN?

Hunde sind hochsoziale Tiere, die bestens auf das Leben in Gruppen angepasst sind. Das Leben in einer Gruppe bringt viele Vorteile mit sich, wie zum Beispiel Sicherheit und Schutz. Die Bindung an die Gruppenmitglieder wird gebildet und aufrecht erhalten durch gemeinsame, positive Interaktionen. Verbunden mit dem Aufbau von Bindungen ist unweigerlich der Trennungsstress: Eine emotionale Reaktion auf den Verlust sozialer Unterstützung. Trennungsstress ist eine normale Verhaltensreaktion von Tieren, die soziale Bindungen eingehen und ist zunächst immer damit verbunden, dass das allein gelassene Tier durch Lautäußerungen versucht, seine Bindungspartner:innen zurückzuholen. Unter natürlichen Bedingungen funktioniert dieses Verhalten ganz hervorragend. Sicher haben Sie schon einmal gehört oder sogar selbst miterlebt, wie schnell eine Hundemutter zu ihrem Wurf zurückkehrt, wenn die Welpen anfangen zu winseln und zu jammern und wie schnell sich die Welpen beruhigen, sobald die Mutter wieder in ihrer Nähe ist.

Auch zum Sozialpartner Mensch gehen Hunde Bindungen ein und Trennungsstress ist die logische Folge, wenn der Mensch für den Hund nicht mehr erreichbar ist.

Bild: Shutterstock

Der Hund beginnt zunächst damit, seinen Menschen zurückzurufen und meistens hat er damit keinen Erfolg. Entweder, weil der Mensch den Hund gar nicht hört, weil er das Haus verlassen hat oder aber, weil die Hundehalter:in gehört oder gelesen hat, dass sie keinesfalls zum Hund zurückgehen darf, wenn dieser winselt und jammert. Der Hund macht also die Erfahrung, dass sein Verhalten ihm nicht hilft, sich wieder besser zu fühlen: Stress und Frustration entstehen und damit verbunden sind die bereits genannten Folgen, wie anhaltendes Bellen, das Zerstören der Wohnungseinrichtung usw.

Die Stärke der Stressreaktion, die eine Trennung von den Bezugspersonen hervorruft, ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Manche Hunde zeigen nur geringe Anzeichen von Stress, wenn ihr Mensch das Zimmer verlässt und beschäftigen sich nach kurzer Irritation schnell mit etwas anderem oder legen sich schlafen.
Andere Hunde lassen ihren Menschen gar nicht erst aus den Augen und folgen ihm aus Angst, verlassen zu werden, überall hin. Diese Hunde zeigen sofort eine starke Stressreaktion, wenn es ihnen nicht möglich ist, dem Menschen zu folgen.
Es scheint außerdem eine Verbindung zwischen der Stärke der Stressreaktion und Geräuschempfindlichkeit zu geben. Um Hunden, die unter Trennungsstress leiden, zu helfen, ist ein gut aufgebautes und oft langwieriges Training nötig, weshalb Sie mit einem Welpen von Anfang an daran arbeiten sollten, dass er Trennungszeiten entspannt aushalten kann. Wenn Sie sich dafür entscheiden einem Second-Hand-Hund ein neues Zuhause zu geben, sollten Sie grundsätzlich erst einmal davon ausgehen, dass dieser Hund nicht alleine bleiben kann und die entsprechenden Maßnahmen ergreifen.

TRENNUNGSSTRESS ERKENNEN

Hunde, die nicht alleine bleiben können, weil sie unter Trennungsstress leiden, zeigen in der Regel meist mehrere der folgenden Symptome:

  • Lautäußerungen, wie Winseln, Fiepen, Heulen oder Bellen
  • Zerstörung von Gegenständen (oft Dinge, die intensiv nach der Bezugsperson riechen)
  • Kratzen an Türen oder Fenstern
  • Unruhiges Hin- und Herlaufen
  • Absetzen von Urin und/oder Kot

Weniger häufig zeigen sich:

  • Lethargie
  • Appetitlosigkeit
  • Hyperventilation
  • Übermäßiges Speicheln
  • Erbrechen, Durchfall
  • Übermäßige Körperpflege bis hin zur Selbstverletzung

Hunde, die solche Verhaltensweisen in Abwesenheit ihrer Bezugspersonen zeigen, brauchen dringend Hilfe. Die Symptome sind bedingt durch das autonome Nervensystem des Hundes. Das bedeutet, dass der Hund sie nicht willentlich steuern kann. Sie zeigen deutlich, dass der Hund unter starkem Stress steht.

TRAINING DES ABSCHIEDSRITUALS:

WAS MAN SO HÖRT…

Im Zusammenhang mit den beschriebenen Trennungsreaktionen von Hunden hört man oft folgende Aussagen:

  • „Der ist dominant.“
  • „Der macht das, weil er dich kontrollieren will.“
  • „Das ist Protest/Trotz – der bestraft dich damit, weil du weggehst.“
  • „Der Hund hat eine übertriebene Bindung zu dir.“

Und es gibt bestimmt noch mehr. Gemeinsam ist allen diesen Aussagen, dass es dabei um Macht geht. Der Hund wird dabei quasi als Tyrann dargestellt, der bestimmte Verhaltensweisen zeigt, um seine Bezugsperson unter Druck zu setzen.
Dies ist natürlich nicht zutreffend und Maßnahmen, die im Zusammenhang mit diesen Aussagen zur Behandlung von Trennungsstress vorgeschlagen werden (v.a. sogenannte Rangreduktionsprogramme, Ignorieren des Hundes über lange Zeiträume, Entzug von Privilegien etc.) verschlimmern die Situation sogar oft noch.
Trennungsstress verwächst sich nicht, er ist nicht durch übermäßige Beschäftigung zu kurieren und auch eine Ernährungsumstellung, eine Kastration oder gar die Anschaffung eines Zweithundes werden nicht dazu führen, dass es dem Hund besser geht.

Ein Hund, der unter Trennungsstress leidet, braucht Hilfe. Der Mensch muss verstehen, dass sein vierbeiniges Familienmitglied ein Problem hat, unter dem es leidet und Hilfe braucht. Der Hund zeigt die Verhaltenweisen in Abwesenheit seiner Besitzer:innen (Urinieren und Koten, Dinge zerstören etc.), nicht aus Boshaftigkeit und um seine Menschen zu ärgern, sondern aufgrund der ablaufenden Stressreaktion und dem Frust, der damit verbunden ist, dass der Hund sein Problem nicht selbstständig lösen kann.

Ziel des Trainings ist es also, den mit dem alleine sein verbundenen Stress für das Tier, zu reduzieren und dem Hund Strategien an die Hand zu geben, gut mit der Trennung von seinen Bezugspersonen zurechtzukommen. Damit erledigen sich auch die Probleme und der Ärger für den Menschen. Bevor man mit dem Training beginnt, sollte der Hund in jedem Fall von einer Tierärzt:in gründlich untersucht werden, denn Krankheiten wirken sich auf das Wohlbefinden des Hundes aus, was wiederum ein höheres Stresslevel zur Folge hat. Vor allem Schmerzen und Erkrankungen sollten ausgeschlossen bzw. behandelt werden.

TRENNUNGSSTRESS VORBEUGEN

Bild: Shutterstock

Vorbeugen ist immer besser als Heilen! Zieht also ein Hund bei Ihnen ein, sollte sichergestellt sein, dass mindestens in den ersten vier, besser sechs Wochen ganztags jemand bei ihm sein kann. Diese Zeit sollte intensiv genutzt werden, um eine vertrauensvolle Beziehung zu dem neuen Familienmitglied aufzubauen und das alleine Bleiben zu trainieren.

Bei Easy Dogs gehen wir bei diesem Training anders vor, als Sie es vielleicht bisher gehört oder gelesen haben. Das konventionelle Training, um dem Hund das alleine Bleiben beizubringen, besteht in der Regel darin, erst kurz das Zimmer, in dem sich der Welpe aufhält, zu verlassen und diese Abstände immer weiter auszudehnen. Wenn das klappt, wird genauso weiterverfahren, nur dass der Mensch nun die Wohnung verlässt. Dieses Vorgehen lässt aber einen wichtigen Schritt außer Acht: Der Hund hat zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelernt, dass die Anwesenheit seiner Bezugsperson(en) in der Wohnung nicht bedeutet, dass er auch jederzeit Zugang zu ihr hat und Aufmerksamkeit bekommen kann. Wenn der Hund also noch nicht einmal entspannt und freiwillig in einem anderen Raum bleiben kann, obwohl die Bezugspersonen in der gleichen Wohnung sind, wie soll er dann damit zurechtkommen, ihnen definitiv nicht folgen zu können, weil verschlossene Türen ihn daran hindern?

Im Klaren sollten Sie sich darüber sein, dass es – auch wenn es scheinbar problemlos funktioniert – nicht angebracht ist, einen Welpen oder einen neu eingezogenen erwachsenen Hund über mehrere Stunden alleine zu lassen. Welpen können Darm und Blase noch nicht gut kontrollieren und müssen spätestens alle zwei Stunden die Möglichkeit haben, sich draußen zu lösen, ein erwachsener Hund hat unter Umständen die Stubenreinheit nie erlernt. Außerdem durchlaufen Welpen (und auch Junghunde) immer wieder Phasen, in denen sie mit gesteigerter Ängstlichkeit auf Reize reagieren. Es kann also durchaus passieren, dass sich Ihr Welpe in Ihrer Abwesenheit durch Geräusche von außen erschreckt und dies mit dem alleine Sein in Verbindung bringt. Bei einem erwachsenen Hund, den Sie aus zweiter, dritter oder gar vierter Hand übernommen haben, wissen Sie schlichtweg nicht, ob er generell zur Ängstlichkeit neigt oder vor bestimmten Geräuschen Angst hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hund, der ängstigenden Reizen beim alleine Bleiben ausgesetzt ist und sich zur Unterstützung nicht an seine Bezugspersonen wenden kann, eine Trennungsproblematik entwickelt, ist relativ groß.

WAS TUN GEGEN TRENNUNGSSTRESS?

Damit es also erst gar nicht so weit kommt oder um Abhilfe zu schaffen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, muss jeder Hund lernen, mit der zeitweisen Trennung von seinen Bezugspersonen gut zurechtzukommen. Auch wenn Sie Ihren Hund im Augenblick vielleicht nicht alleine lassen müssen, weil Sie beispielsweise von zu Hause aus arbeiten, gerade im Erziehungsurlaub sind oder Ihren Ruhestand genießen – Lebensumstände können sich jederzeit ändern und es kann immer wieder einmal sein, dass Ihr Hund stundenweise alleine zu Hause bleiben muss. Deshalb ist es wichtig, den Hund darauf vorzubereiten, die Trennung von seinen Menschen bewältigen zu können. Denn alleine Bleiben will gelernt sein, ein Hund wird mit dieser Fähigkeit nicht geboren.

Vor allem Second-Hand-Hunde können große Probleme mit der Trennung von ihren neuen Besitzern haben – schließlich wurden sie ja bereits einmal für immer verlassen. Legen Sie nicht zu viel Wert auf das, was Sie über die Vorgeschichte des Hundes wissen. Verhalten ist immer umweltabhängig und auch wenn der Hund in seinem alten Zuhause angeblich problemlos alleine bleiben konnte, kann es sein, dass er das bei Ihnen in seinem neuen Zuhause nicht (mehr) kann.

Grundvoraussetzungen für das Training gegen Trennungsstress

Generell sollte sichergestellt sein, dass in der Zeit, die das Training beansprucht, ganztags jemand bei dem Hund sein kann. Second-Hand-Hunden, die direkt alleine gelassen werden oder zu einer Hundebetreuung müssen, fehlt die Zeit, Vertrauen zu ihren neuen Menschen aufzubauen und die Gefahr einer Trennungsproblematik wird größer.

Aufbau von Trennungssignalen und einer Sicherheitszone

Der erste Schritt beim Training des alleine Bleiben ist also dem Hund beizubringen, dass es Zeiten gibt, zu denen sich niemand um ihn kümmert, er keinen Kontakt zu seinen Menschen haben kann, dies aber kein Grund zur Aufregung ist.

Dies erreicht man durch den Aufbau von Signalen, die dem Hund eindeutig sagen: „Du kannst Dich entspannen, es hat jetzt niemand Zeit für Dich“. Sie können verschiedene Signale nutzen, um Ihrem Hund Trennungszeiten klar und deutlich anzukündigen, z.B. ein Halstuch mit einem entspannenden Duft, ein optisches Signal, wie eine bestimmte Lampe, die immer nur zu Trennungszeiten angeschaltet wird, eine bestimmte CD, die Sie einlegen und in Dauerschleife während der Trennungszeiten laufen lassen u.v.m.  Das Halstuch mit entspannendem Duft erfüllt gleich mehrere Funktionen: Es ist ein Dauersignal für Trennungszeit, weil der Hund es immer dann trägt, wenn sich niemand beschäftigt, es wird im Aufbau durch klassische Konditionierung mit Entspannung verknüpft und kann durch das Auftragen einer speziellen Duftmischung auch noch aktiv dazu beitragen, dass der Hund  entspannter bleibt.

Achtung: Das Halstuch, das Sie für das Training des alleine Bleiben verwenden, muss zwingend einen Klettverschluss oder besser noch Druckknöpfe (kein ängstigendes Geräusch beim An- und Ausziehen) zum Verschließen haben! Geknotete Tücher sind nicht geeignet, da der Hund damit hängen bleiben und sich erwürgen könnte.

Ob Sie nur ein Signal für Trennungszeiten einführen oder mehrere, sollten Sie davon abhängig machen, wie stark Ihr Hund unter Trennungsstress leidet. Bei einem Welpen ist es meistens ausreichend, nur das Halstuch mit Duft zu nutzen, bei erwachsenen Hunden, die eine massive Stressreaktion beim alleine Bleiben zeigen, kann es hilfreich sein, gleich mehrere dieser Signale einzuführen und das Training zusätzlich mit weiteren Maßnahmen zu unterstützen. Dazu später mehr.

Außerdem richten Sie dem Hund eine Sicherheitszone ein, in der er sich wohl fühlt und in der er sich bevorzugt aufhalten möchte. Dort kann er sich entspannen und sich z.B. mit einem gefüllten Kong alleine beschäftigen. In dieser hundesicher eingerichteten Zone muss Wasser zur Verfügung stehen. Wenn Ihr Hund sich darin wohl fühlt, kann das auch eine Hundebox sein, die allerdings nicht verschlossen werden sollte, wenn der Hund später alleine gelassen wird.

Die Trennungssignale und die Sicherheitszone werden sehr kleinschrittig aufgebaut. Sie werden zuerst mit Entspannung ohne Zutun des Menschen verknüpft, damit der Hund lernen kann, dass der direkte Kontakt zu seinem Menschen keine Voraussetzung dafür ist, sich wohl und sicher zu fühlen. Hat diese Verknüpfung stattgefunden, lernt der Hund in den nächsten Trainingsschritten, dass er auch dann entspannt bleiben kann, wenn seine Bezugsperson den Raum verlässt, er ihr nicht mehr folgen und er sie nicht mehr hören und sehen kann. Erst im letzten Trainingsschritt verlässt die Bezugsperson dann wirklich die Wohnung.
Diese Basisarbeit ist zeitaufwändig und sollte gut protokolliert werden, damit Sie im Training nicht zu schnell vorwärts gehen. Sie sollten unbedingt vermeiden, dass Ihr Hund in Trennungsstress gerät, weil das Training sonst nicht greifen kann. Am besten lassen Sie das Training von eine Trainer:in, die sich mit dieser Art des Trainings gut auskennt, begleiten. Sie kann Ihnen sagen, wann Sie mit Ihrem Hund den nächsten Trainingsschritt in Angriff nehmen können oder ob es dazu noch zu früh ist. Investieren Sie die nötige Zeit und Mühe in diese Basisarbeit, denn so können Sie die Zeiträume, in denen Ihr Hund schließlich wirklich alleine bleiben soll, meistens schnell ausdehnen.

MAßNAHMEN, DIE DAS TRAINING UNTERSTÜTZEN

Es gibt eine Reihe von Nebenmaßnahmen, mit denen Sie das Training des alleine Bleiben unterstützen können:
Grundsätzlich sollten Sie im Umgang mit Ihrem Hund auf jegliche Form von Strafe und/oder körperliche Übergriffe verzichten; dazu gehören u.a.:

  • Schimpfen, Meckern, Laut werden
  • Schubsen, Ziehen, Schleifen, Herunter drücken
  • Am Halsband bzw. der Leine rucken
  • Mit Gegenständen nach dem Hund werfen
  • Jegliche Einwirkungen, die dem Hund Angst machen oder ihm bedrohlich erscheinen

Der Verzicht auf Strafe und/oder körperliche Übergriffe auf den Hund und ein artgerechter, bedürfnisorientierter Alltag ist absolut essentiell bei der Vorbeugung und Behandlung der Trennungsproblematik. Wann immer der Hund gestraft oder aus seiner Sicht bedroht wird (bei manchen Hunden reicht dazu schon ein strenger Ton und ein leichtes Entgegenbeugen aus), werden Stress, Angst und Unwohlsein beim Hund ausgelöst. Diese Faktoren lösen beim Hund das Bedürfnis nach Sozialkontakt und Trost aus und die bekommt der Hund genau von demjenigen, der ihn auch gestraft oder bedroht hat: Seiner Bezugsperson! Für den Hund bedeutet dies ständige Unsicherheit – ein immenser Stressfaktor, der das Training des alleine Bleibens massiv erschwert.

Ein wichtiger Punkt ist auch die Verabschiedung vor und die Begrüßung nach Trennungszeiten. Beides sollte so unaufgeregt wie möglich stattfinden. Wenn Sie die Wohnung verlassen, legen Sie Ihrem Hund als letzte Handlung sein Halstuch um, geben ihm seinen gefüllten Kong in seiner Sicherheitszone, stellen seine CD an oder geben eben die Signale, die Sie für die Trennungszeiten etabliert haben, mit einem kurzen „Bis bald!“ können Sie sich verabschieden.

Wenn Sie wieder nach Hause kommen, nehmen Sie ihm das Halstuch ab und begrüßen Sie Ihren Hund in ruhigem Tonfall und streicheln Sie ihn in einer Art und Weise, die ihm dabei hilft, sich zu beruhigen. Danach können Sie eventuelle andere Trennungssignale entfernen oder abschalten. Es ist nicht sinnvoll, den Hund zu ignorieren, wenn Sie nach Hause kommen! Ihr Hund hat nach einer Trennung das natürliche Bedürfnis, Sie zu begrüßen. Verwehren Sie ihm diese Begrüßung, löst das wiederum Stress aus und kann auch zu Frustration beim Hund führen, die sich dann in unerwünschten Verhaltensweisen wie Bellen oder Hochspringen äußern kann.

Alleine bleiben muss Schritt für Schritt gelernt werden. Hunde können das nicht automatisch oder von Welpe an. (Bild: Shutterstock)

GENERELLE REGELN FÜR DAS ALLEINE LASSEN

Soll Ihr Hund nach erfolgreichem Training alleine zu Hause bleiben, so vergewissern Sie sich, dass er sich in einem Bereich der Wohnung aufhält, in dem er sich nicht verletzen kann. Stromkabel müssen so verlegt sein, dass der Hund nicht auf ihnen herumkauen kann. Ist dies nicht möglich, so muss das Kabel in jedem Fall vom Netz genommen werden. Auch Zimmerpflanzen können eine Gefahr für Ihren Hund darstellen. Informieren Sie sich, ob die Pflanzen in Ihrer Wohnung giftig sind und entfernen Sie sie in diesem Fall aus dem Aufenthaltsbereich Ihres Hundes. Wertvolle Gegenstände sollten Sie außer Reichweite des Hundes bringen.

Halten Sie die Trennungszeiten so kurz wie möglich.

Einen Hund jeden Tag mehr als acht Stunden alleine zu lassen, ist tierschutzrelevant. Die Dauer des regelmäßigen alleine Bleibens sollte sechs Stunden am Tag nicht überschreiten. Sollten Sie länger außer Haus müssen, kümmern Sie sich rechtzeitig um eine Betreuungsmöglichkeit für Ihren Hund, so dass er sich zwischendurch lösen kann. Ebenso tierschutzrelevant ist es, den Hund über mehrere Stunden in eine Box oder einen engen dunklen Raum wie z.B. die Gästetoilette einzusperren, ihn anzubinden oder ihm einen Maulkorb aufzuziehen, aus Angst der Hund könnte die Einrichtung beschädigen. Den Hund alleine im Garten oder einem Zwinger zu lassen, ist keine Lösung. Ihr Hund könnte ausbüchsen und sich und andere dadurch gefährden. Außerdem kommt es häufiger vor als man glaubt, dass unbeaufsichtigte Hunde gestohlen oder gar vergiftet werden.
Wenn Sie das Alleine bleiben gut geübt haben, Ihr Hund keinen Trennungsstress mehr erleidet und genügend sichere Spielzeuge zur Verfügung hat, mit denen er sich während Ihrer Abwesenheit alleine beschäftigen kann, dann wird er Ihre Einrichtung mit großer Wahrscheinlichkeit ohnehin nicht beschädigen.

Natürlich muss Ihr Hund während Ihrer Abwesenheit freien Zugang zu frischem Wasser haben. Finden Sie nach Ihrer Rückkehr eine Pfütze vor, so sollten Sie nachforschen, ob Ihr Hund wirklich entspannt ist, wenn Sie ihn alleine lassen, ob er gesund ist oder ob die Zeit Ihrer Abwesenheit vielleicht einfach zu lang war.

Auf diese Punkte sollten Sie besonders achten, wenn Ihr Hund alleine zu Hause bleibt:
  • Kindersicherung an bodennahen Steckdosen
  • Kabel für Hunde unerreichbar verlegen
  • Ausmusterung giftiger Zimmer- und Gartenpflanzen
  • Sichere Aufbewahrung von Chemikalien, Putzmitteln und Medikamenten
  • Aufräumen von Kleinteilen und Kinderspielsachen
  • Hochbinden oder Abhängen von erreichbaren Vorhängen
  • Treppenabgänge mit Kindergittern sichern
  • Türstopper an den Türen anbringen, die erfahrungsgemäß häufig zuschlagen
  • Hochstellen zerbrechlicher Gegenstände
  • Aufrollen teurer Teppiche
  • Verzicht auf Tischdecken
  • Mülleimer hinter verschließbaren Türen aufbewahren
  • Schuhe in den Schrank räumen
  • Gebrauchte Wäsche in den geschlossenen Wäschekorb legen
  • Niemals Essen unbeaufsichtigt herumstehen lassen
  • Sachen in bodennahen Regalen hochstellen

Geben Sie Ihrem Hund in Ihrer Abwesenheit keine Kauartikel wie Schweineohren, Ochsenziemer, getrockneten Pansen etc. Er könnte zu große Stücke davon schlucken und daran ersticken. Besser geeignet sind Hohlspielzeuge aus Naturkautschuk, wie beispielsweise ein Kong, den Sie mit Nassfutter oder Ähnlichem befüllen. Wenn Sie den Kong vorher auch noch ins Gefrierfach legen, kann sich Ihr Hund damit eine ganze Weile beschäftigen.

Bild: Shutterstock

Ein individuell angepasstes, intensives und kleinschrittiges Training mit Kameraüberwachung und sorgfältiger Dokumentation ist notwendig, um dem Hund das gelassene, entspannte alleine Bleiben (wieder) beizubringen. Eine fundierte Anamnese ist Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Training.

(Beitrag aktualisiert im Januar 2025)

09.11.2023/von Maria Rehberger
Schlagworte: Alleine bleiben, bellen, Bettina Bombosch, Bezugsperson, Bindung, Chris Friemel, Dominanz, Easy Dogs, Entspannung, jaulen, Maria Rehberger, Nadine Wachter, Panik, Problemhund, Problemverhalten, Sabine Schinner, Sicherheit, Stress, Trauma, Trennung, Trennungsanst, Trennungsstress, Urinieren, Verhaltensberatung, winseln, Zerstörung, Zerstörungswut
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Maria Rehberger arbeitet seit 2006 als Hundetrainerin und Verhaltensberaterin, ist Autorin mehrerer Fachbücher...

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